Wo auf Madeira leben? Haus und Mikroklima richtig wählen
Einer der kostspieligsten Fehler beim Immobilienkauf ist, ein Objekt nur nach Fotos oder einem Wunschort auszuwählen. Die meisten Menschen beginnen ihre Haussuche auf Madeira bei Idealista und speichern die Anzeigen mit den schönsten Aussichten und den größten Fenstern. Dabei ist ihnen oft nicht bewusst, dass viele attraktive Häuser weiter oben am Hang liegen, in Gebieten, die lange Zeit in Bergwolken stecken.

Auf Madeira kann sich das Wetter schon nach einem Anstieg um wenige Hundert Höhenmeter grundlegend ändern. Innerhalb desselben Ortes kann es am Meer trocken und sonnig sein, während ein Haus weiter oben am Hang in kaltem Nebel und Schatten liegt.
Immobilienanzeigen zeigen attraktive Aussichten, verschweigen jedoch das Mikroklima. Als Käufer sollten Sie vier entscheidende Faktoren prüfen: die genaue Höhenlage, die Ausrichtung des Hangs, die Windexposition und wie schnell das Haus nach Regen trocknet.
Wo es auf Madeira häufiger feucht und wolkig ist
Die Süd- und Südwestküste sind im Allgemeinen trockener und sonniger, besonders in tieferen Lagen. Käufer, denen Sonne besonders wichtig ist, beginnen ihre Suche häufig in den unteren Teilen von Funchal und Câmara de Lobos sowie in Ribeira Brava, Ponta do Sol und Calheta. Ponta do Sol ist dafür bekannt, die meisten Sonnenstunden der Insel zu erhalten, doch innerhalb jeder Gemeinde bleibt die Höhenlage entscheidend.
Die Nordküste und das Bergland sind im Allgemeinen kühler, feuchter und wolkiger. São Vicente, Seixal, Porto Moniz und Santana sowie die höher gelegenen Gebiete rund um Paul da Serra müssen genauer geprüft werden. Bica da Cana ist ein extremes Hochlandbeispiel: Auf 1.580 Metern Höhe nennt eine wissenschaftliche Studie 235 Nebeltage pro Jahr.
Die vorherrschenden atlantischen Passatwinde kommen häufig aus Nordosten. Wenn feuchte Luft an Madeiras Nordhängen aufsteigt, kühlt sie ab und bildet etwa zwischen 800 und 1.600 Metern einen häufigen Wolkengürtel. Deshalb beginnen Käufer, die einen trockenen und sonnigen Standort suchen, oft unterhalb von 800 Metern auf der Süd- oder Südwestseite. Eine Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Gegenden ist dennoch nicht sinnvoll: Sonnenschein und Feuchtigkeit können sich selbst bei benachbarten Häusern aufgrund von Höhenlage, Gelände, Windexposition und Bergschatten unterscheiden.




So prüfen Sie ein Haus auf Madeira richtig:
- Standortanalyse: Ermitteln Sie die genaue Höhenlage des Grundstücks, die Ausrichtung der Räume nach Himmelsrichtungen und ob ein benachbarter Hang die Wintersonne verdeckt (besonders kurz vor Sonnenuntergang). Fragen Sie die Nachbarn unbedingt, wie oft hier Wolken hängen bleiben.
- Gebäudeprüfung: Die Rückwand eines Hauses, das direkt an den Hang gebaut ist, braucht eine einwandfreie Abdichtung. Prüfen Sie erdberührte Wände, den Zustand von Dach, Dachrinnen und Entwässerung, die Abluft in Bad und Küche, die Verglasung sowie die Möglichkeit, die Räume wirksam zu heizen und zu lüften.
- Innenbesichtigung: Kommen Sie früh am Morgen oder nach Regen und bitten Sie darum, das Haus vor Ihrer Ankunft nicht zu lüften. Achten Sie auf Kondenswasser an der Innenseite der Fenster, klamme Bettwäsche oder Handtücher, Gerüche in Schränken, frisch gestrichene Stellen und Spuren an Fensterlaibungen, in oberen Ecken, hinter Möbeln und im Dachgeschoss.
- Fachliche Prüfung: Jeden Verdacht auf Feuchtigkeit sollte ein unabhängiger Sachverständiger beurteilen: Er prüft Dach, Lüftung und Entwässerung und findet die tatsächliche Ursache der Feuchtigkeit.
Prüfen Sie gerade ein bestimmtes Objekt? Unsere Experten können vor dem Kauf eine professionelle Inspektion durchführen.
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Feuchtigkeit birgt Risiken für Vermietung und Weiterverkauf
Gäste erwarten auf Madeira Komfort, keinen nachts brummenden Luftentfeuchter und keine feuchte Bettwäsche. Auf Fotos unsichtbare Feuchtigkeit kann zu negativen Bewertungen, Rückerstattungen an Gäste und stornierten Buchungen führen.
Feuchtigkeit wirkt sich auch auf den Wiederverkaufswert aus: Erfahrene Käufer und Gutachter achten unbedingt darauf, und sie kann den Wert einer Immobilie mindern. Die sorgfältige Auswahl einer Immobilie unter Berücksichtigung ihres Mikroklimas betrifft daher nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch künftige Kosten, Gästebewertungen und Vermietungsrisiken.


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Immobilienverwaltung auf MadeiraQuellen des Artikels
Klimadaten, Hinweise zur Luftfeuchtigkeit sowie Materialien zu Vermietung und Immobilienbewertung.
- IPMA: Klimanormalwerte
- Wolkeneintrag in den Bergregionen Madeiras
- Nebel und Niederschlag in Madeiras Naturwäldern
- Visit Madeira: Klima der Westküste
- Niederschlag auf Madeira von 1937–2016
- DGS: Luftfeuchtigkeit und Raumluftqualität
- Airbnb: Qualitätsstandards für Unterkünfte
- Portugal: Anforderungen an Immobilienbewertungen